Sexualtherapie-Ausbildung Sexocorporel

Modul 1: Fundamentals

Das Fundamentalsmodul richtet sich an Fachpersonen und interessierte Quereinsteiger*innen. Es kann einzeln besucht werden oder durch weitere Module ergänzt werden. 

Die Teilnehmenden erwerben ein erfahrungsbasiertes Verständnis der Komponenten des Sexocorporel-Modells und ihres Zusammenspiels in der Sexualität. Sie verstehen Sexualität als Ergebnis von Lernprozessen und erproben, wie sexuelle Funktion und sexuelles Erleben über körperliche Lernschritte beeinflusst und erweitert werden können.

In Zürich beginnt ein Fundamentalsmodul am 06.10.2027; in Kißlegg (Süddeutschland) am 01.07.2027. 

Lernziele

Die Teilnehmenden lernen und verstehen: 

  • das physiologische, kognitive und psychische Zusammenwirken des menschlichen sexuellen Erlebens
  • die Bedeutung des Lernens in der Sexualität
  • Entwicklung der sexuellen Erregungs- und Lustfunktion
  • die Muster, welche Menschen sich aneignen, um sexuelle Erregung auszulösen und zu steigern
  • die weitreichenden Auswirkungen dieser Erregungsmuster auf das Erleben der sexuellen Erregung, auf Gedanken, Fantasien und Vorlieben bezüglich der Sexualität, auf Probleme und Grenzen in der Sexualität und auf das Erleben von sich selbst als sexuelle Person und in sexuellen Beziehungen
  • verschiedene Arten der Atmung und Bewegung und andere Einflussmöglichkeiten auf das autonome Nervensystem, die Emotionsregulation und das Beziehungserleben
  • die sensorischen, emotionalen, symbolischen und interaktionellen Auswirkungen körperlicher Fertigkeiten wie Atmung, Bewegung, Muskelspannung und Körperhaltung
Inhalte

Einführung in den Sexocorporel

  • Sexualitäten im sozialen Wandel
  • Theoretische Grundlagen des Sexocorporel: Übersicht über das Modell der physiologischen, kognitiven, Wahrnehmungs- und Beziehungskomponenten sexueller Funktionalität/Gesundheit

Der Sexualisierungsprozess (Sexualentwicklung)

  • Geburt bis Alter: Altersspezifische Etappen der Integration des Erregungsreflexes in die sich entwickelnden psychischen, sozialen, kognitiven und körperlichen Funktionen
  • Umgang mit kindlicher Sexualität
  • Beratung von Eltern zur kindlichen Sexualentwicklung

Die sexuelle Erregungsfunktion

  • Sexuelle Erregungskurven: Physiologischer Ablauf und Erleben der sexuellen Erregung als zu unterscheidende Phänomene
  • Erregungsquellen und Stimuli
  • Sexuelle Erregungsmodi: Erworbene Muster der Stimulation und des Körpereinsatzes beim Auslösen, Steigern und Entladen sexueller Erregung
  • Exploration körperlicher Basisfähigkeiten wie der drei Dimensionen der Bewegung (Amplitude, Rhythmen und Muskeltonus), der Atmung, körperlicher Zentrierung, Haltung und Grounding mit deren Auswirkungen auf das Erleben und Denken
  • Exploration spezifischer körperlicher Strategien zur Steigerung, Diffusion und Kanalisierung sowie zum Entladen sexueller Erregung («doppelte Schaukel»)
  • Geschlechtsspezifische Unterschiede der Wahrnehmung, Kodifizierung, Symbolisierung und Aneignung der Erregungsfunktion
  • Einfluss der Erregungsmodi auf das autonome Nervensystem und das Erleben von Sexualität
  • Möglichkeiten der Erweiterung der Erregungsmodi mit Hilfe spezifischer körperlicher Strategien
  • Voraussetzungen für lustvolles Erleben der sexuellen Erregung, Steigerung derselben, Hingabe, emotionale und orgastische Entladung als Voraussetzung der Orgasmie

Kognitive Komponenten

  • Reflexion über Kenntnisse, Mythen, Normen, Ideale und Vorstellungen über Sexualität, individuelle Sexualitätskonzepte
  • Einflüsse von Kognitionen auf die sexuelle Selbstwahrnehmung und auf sexuelle Lernschritte in verschiedenen Lebensphasen
  • Verständnis für die top-down und bottom-up Interaktion zwischen Kognitionen und dem Körper und die gegenseitige Beeinflussbarkeit
  • Bearbeiten dysfunktionaler Kognitionen

Körperliche Basis des emotionalen Erlebens

  • Autonomes Nervensystem als Basis des emotionalen Erlebens von Sexualität und zwischenmenschlicher Interaktion
  • Prinzipien der Polyvagaltheorie (nach Stephen Porges) im Sexocorporel
  • Interaktion der sexuellen Erregungsmodi mit dem autonomen Nervensystem
  • Möglichkeiten der emotionalen Selbstregulation durch Einflussnahme auf autonome Prozesse (Atmung, Haltung, Bewegung)

Emotionale Komponenten: Definition und Entwicklung

  • Geschlechtsidentitäten, Soziokulturelle Geschlechterrollen
  • Gefühl der Geschlechtszugehörigkeit: Wahrnehmung des eigenen sexuellen Körpers und der Zugehörigkeit zur eigenen Gendergruppe. Entwicklungsetappen von Geburt an
  • Lernschritte zur Erotisierung des eigenen sexuellen Körpers: diesen als sexuell erregend erleben, imaginieren und symbolisieren
  • Sexuelle Selbstsicherheit: die Fähigkeit, Stolz auf seine erotische Kompetenz und seinen sexuellen Körper zu entwickeln und sich darin zeigen zu können. Körperliche Strategien zur Unterstützung der sexuellen Selbstsicherheit
  • Sexuelles Lusterleben: Die Fähigkeit, genitale sexuelle Erregung lustvoll wahrzunehmen und mit lustvollen Emotionen und Gedanken zu verbinden.
  • Emotionale Intensität: Die Fähigkeit, Sexualität leidenschaftlich zu erleben
  • Sexuelles Begehren in seinen verschiedenen Formen – Identifikation der verschiedenen Bedürfnisse dahinter und der körperlichen Fähigkeiten, die es begünstigen
  • Sexuelle Anziehungscodes: Art, Entwicklung und Erweiterbarkeit sexueller Präferenzen, Neigungen, Orientierungen
  • Sexuelle Fantasien als Ressourcen oder Herausforderungen, Zusammenhang mit dem Körper
  • Kognitiver Umgang mit Pornographie

Beziehungskomponenten

  • Die Beziehungsmodi Autozentrierung/Egozentrierung/Heterozentrierung als Formen der Autonomie und Bezogenheit in Partnerschaften
  • Beeinflussbarkeit der Beziehungsmodi über das autonome Nervensystem
  • Verführung und «Antiverführung»: Einladen oder Druck machen – wirksame Strategien
  • Körpersprache im Spiel des Verführens
  • Erotisierung von Nähe und Distanz
  • Erotische Kommunikation
  • Paarintervention Sensate Focus nach Art des Sexocorporel
  • Erotische Fähigkeiten: Exploration der drei Dimensionen der Bewegung im Berühren und im Berührtwerden

Einführung ins Lesen der Körpersprache

  • Erarbeiten und Einüben erster Prinzipien der strukturierten Beobachtung der Körpersprache anhand einer Person als Modell («Modelling»): Gegenüberstellen von Beobachtung, Eindruck und Interpretation.
  • Üben der Prinzipien der strukturierten Beobachtung der Körpersprache anhand einer Person als Modell («Modelling»). Etablieren eines logischen Verständnisses des Erlebens der Person anhand der Ideomotorik.
Umfang 

2 Plenarseminare à 4 Tage + 2 Online-Tage
Gesamtdauer 0.5 Jahre

Supervision und Selbsterfahrung

Supervision ist im Modul 1 Fundamentals fakultativ. 

Einzelselbsterfahrung wird empfohlen, ist aber auch fakultativ. Empfohlen im Rahmen der Selbsterfahrung ist überdies der Besuch von Seminaren des Zyklus Sex und Liebe – Vivre en Amour.

Wichtig:
Für den Abschluss von Modul 3 Vertiefung und Modul 4 Expertise sind Supervision und Einzelselbsterfahrung obligatorisch. Die im Fundamentalsmodul besuchten Supervisions- und Einzelselbsterfahrungsstunden können hier angerechnet werden, sofern sie bei iSi-anerkannten Supervisor:innen stattgefunden haben. 

  • Einzelselbsterfahrung: Bis zum Abschluss des Vertiefungsmoduls müssen mindestens 8 Stunden, bis zum Abschluss des Expertisemoduls zusätzlich 4 Stunden bei iSi-anerkannten Supervisor:innen besucht werden (live oder online). 
  • Einzel- und/oder Gruppensupervision: Bis zum Abschluss des Expertisemoduls müssen mindestens 40 Stunden bei iSi-anerkannten Supervisor:innen besucht werden (live oder online). 15 davon finden als obligatorische Gruppensupervision im Rahmen des Vertiefungsmoduls statt.
Zertifizierung 

Der erfolgreiche Abschluss des Moduls wird mit einem Zertifikat des ZISS attestiert. Voraussetzung sind die Teilnahme an mindestens 90% der Unterrichtszeit sowie einer genügende Punktzahl bei den Modulprüfungen.

Zürich 2027-28: Information, Anfragen und Anmeldung

Leitung

Dr. med. Karoline Bischof
Annette Bischof-Campbell MSc, Psychologische Psychotherapeutin
Adrian Stumm Sexualpädagoge ISP

Fortbildungspunkte

  • Die Ausbildung ist vom Institut Sexocorporel International Jean-Yves Desjardins iSi anerkannt und durch das ZISS zertifiziert.
  • Die Ausbildung wird von der Schweizerischen Akademie für Psychosomatische und Psychosoziale Medizin SAPPM als Weiterbildungsteilangebot mit 27 Credits pro 4-tägigem Seminar anerkannt, aufgeteilt auf 11 Credits Theorie, 11 Credits Fertigkeiten und 5 Credits Supervision, maximal 120 Credits für die gesamte Ausbildung.
  • Die Ausbildung wird von der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGPP als Fortbildung mit 10 Credits pro Jahr anerkannt.
  • Die Ausbildung ist von der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen FSP anerkannt. Die Fortbildungseinheiten werden für Studiengänge individuell gemäss dem effektiven Nachweis angerechnet.
  • Die Ausbildung wird von der deutschen Landesärztekammer mit 36 Punkten pro Seminar anerkannt.
  • Das Abschlusszertifikat Klinische Sexologie des ZISS (vier Module) wird von der ASCA als Sexualtherapie-Methode in der Komplementärmedizin anerkannt. Die ASCA ist bemüht um eine Anerkennung bei der Zusatzversicherung. Mehr dazu hier.

Kosten

Einschreibegebühr: CHF 100
Fundamentalsmodul: CHF 2375 für Teilnehmende aus dem Euroraum, CHF 3000 für Teilnehmende aus der Schweiz

Kurslokal 

Festsaal Alterszentrum Hottingen, Freiestrasse 71, 8032 Zürich
Kaffee und Tee sind im Preis inbegriffen. Es besteht die Möglichkeit des gemeinsamen Mittagessens im Restaurant des Alterszentrums Hottingen.
Die Kursteilnehmenden benötigen eigene Matten für Übungen am Boden.

Daten (Anmeldung möglich)

Seminare jeweils Mittwoch bis Samstag

Fundamentals 1: 06.-09.10.2027 - Grundlagen und Selbsterfahrung: Autonomes Nervensystem, Erregungsfunktion, Lustfunktion
Online-Tag 1: 06.11.2027

Fundamentals 2: 01.-04.12.2027 - Grundlagen und Selbsterfahrung: Geschlechtszugehörigkeit, Selbstsicherheit, Erleben der Sexualität individuell und im Paar
Online-Tag 2: 29.01.2028

Anmeldung und Fragen

Formular für Fragen und Kommentare zur Ausbildung
Formular für die Anmeldung

Kißlegg/Süddeutschland 2027: Information, Anfragen und Anmeldung

Leitung 

Dr. med. Karoline Bischof
Annette Bischof-Campbell MSc
Dipl. Psych. Ronny Kriebisch, Psychologischer Psychotherapeut

Zertifizierung

Die Ausbildung wird von der Landesärztekammer Baden-Württemberg zertifiziert mit 37 Fortbildungspunkten pro 4-tägigem Seminar. Sie ist vom Institut Sexocorporel International Jean-Yves Desjardins iSi anerkannt und durch das ZISS zertifiziert.

Kosten

Einschreibegebühr € 50
Fundamentalsmodul: € 1750 für Teilnehmende aus dem Euroraum, € 2250 für Teilnehmende aus der Schweiz

Im Betrag inbegriffen sind Unterlagen und Zertifikate. Die Bezahlung kann wahlweise pro Seminar oder pro Jahr in Raten getätigt werden.

Dazu kommt wahlweise:

  • Übernachtung (wird empfohlen) im Seminarzentrum mit Vollpension: ab € 85 pro Nacht
  • Ohne Übernachtung fällt eine Hausnutzungspauschale mit Vollpension an (€ 58 pro Tag für 3 Tage)

Bitte Zimmer erst reservieren, nachdem Ihnen ein Ausbildungsplatz zugesichert wurde.
Zimmerauswahl und Übernachtungsreservation

Kurslokal

Seminarzentrum Sonnenstrahl
Sebastian-Kneipp-Strasse 1
88353 Kisslegg

Kisslegg ist per Flugzeug (Friedrichshafen) und per Bahn (direkt) erreichbar.
Anfahrt

Daten (Anmeldung möglich)

Seminare jeweils Donnerstags 14:00 bis Sonntags ca. 15:30. Es sind Abendblöcke vorgesehen.

Fundamentals 1: 01.-04.07.2027 - Grundlagen und Selbsterfahrung: Autonomes Nervensystem, Erregungsfunktion, Lustfunktion
Online-Tag 1: 04.09.2027

Fundamentals 2: 17.-20.09.2027 - Grundlagen und Selbsterfahrung: Geschlechtszugehörigkeit, Selbstsicherheit, Erleben der Sexualität individuell und im Paar
Online-Tag 2: 27.11.2027

Anmeldung und Fragen

Formular für Fragen und Kommentare zur Ausbildung
Formular für die Anmeldung

Besuch als Gasthörende/Gastteilnehmende

Für Personen, die mindestens das Fundamentalsmodul oder den Basislehrgang des ZISS besucht haben oder über einen Masterabschluss Sexologie des ISP Zürich/der Universität Merseburg verfügen, besteht die Möglichkeit, einzelne Seminare zur Vertiefung und Wiederholung als passive Gasthörende zu besuchen oder als Gastteilnehmende aktiv daran teilzunehmen (sofern Platz).

Zürich
Kosten: CHF 500 (CHF 400 aus Euroraum) pro Seminar für Gasthörende, CHF 900 (CHF 700 aus Euroraum) für Gastteilnehmende
Anmeldung über dieses Formular.

Kißlegg
Kosten: € 400 (€ 500 aus der Schweiz) pro Seminar für Gasthörende, € 600 (€ 800 aus der Schweiz) für Gastteilnehmende
Anmeldung über dieses Formular.

Einführungsseminar Sexualtherapie nach dem Sexocorporel-Ansatz

Falls Sie unser Team und unseren Ansatz erstmal unverbindlich kennen lernen möchten, empfehlen wir Ihnen unser eintägige Einführungsseminar. 

Online: 1.11.2026 und 7.3.2027 mehr Information und Anmeldung
Zürich: 28.11.2026 und 24.4.2027 mehr Information und Anmeldung

→ Modul 2: Klinik

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