Sexocorporel ist ein sexualtherapeutisches Konzept nach Jean-Yves Desjardins (1931-2011) vom Département de séxologie de l’Université du Québec. In den letzten 30 Jahren ist es laufend auf der Basis von klinischen Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen weiterentwickelt worden.
Hauptziel von Sexocorporel ist es, Menschen, ausgehend von deren sexuellen Anliegen, Fähigkeiten zu vermitteln, die ihnen eine Verbesserung ihrer sexuellen Gesundheit ermöglichen. > mehr zur Sexocorporel-Sexualtherapie.
1. Körper und Geist sind eine fundamentale Einheit
Der Körper umfasst menschliches Denken, Erleben, Spüren und Interagieren. Körper, Emotionen, Gedanken und Handeln werden als Aspekte einer Einheit gesehen, bei der Veränderungen des einen Aspekts stets auch Veränderungen der anderen Aspekte darstellen. Bewege ich mich, so macht das etwas in meinem Gehirn und mit meinem Denken. Habe ich ein Gefühl, so entspricht dies bestimmten neurophysiologischen und muskulären körperlichen Gegebenheiten. Körperliche Zustände und Empfindungen haben ihr Pendant in Gedanken und Gefühlen, und Gedanken und Gefühle korrelieren mit körperlichen Zuständen.
Sexocorporel spricht vom Menschen als unteilbares Ganzes, als Individuum. Für das Verstehen seiner Sexualität und die therapeutische Arbeit fokussiert er verschiedene Komponenten des Individuums: das Körperliche, das Erleben, die Beziehung, die Kognitionen.
2. Leben findet in den drei Dimensionen der Bewegung statt
Von der Atmung über die Mimik bis zum Laufen: Lebende Menschen sind immer in Bewegung. Diese Bewegung kann in drei Dimensionen ausgedrückt werden:
Die drei Dimensionen der Bewegung bestimmen unser gesamtes Handeln und ermöglichen eine bewusste Beeinflussung unserer Handlungen, Emotionen, Gefühle und Wahrnehmungen im alltäglichen Leben und in der Sexualität. Durch den gezielten Einsatz dieser Dimensionen sind wir fähig, unsere sexuelle Erregung willentlich zu steigern und zu modulieren.
3. Das Erleben und Gestalten der Sexualität ist Folge von Lernprozessen
An der Sexualität sind angeborene anatomische und physiologische Faktoren beteiligt. Wie wir sie erleben und was wir daraus machen, ist jedoch gelernt. Dieses Lernen beginnt in frühester Kindheit. Alle Menschen haben in ihrer Sexualität Fähigkeiten und Ressourcen erworben. Sexuelle Probleme entstehen, wenn diese gelernten Fähigkeiten nur begrenzt an neue Lebenssituationen angepasst werden können. Sie können durch neue Lernprozesse erweitert werden.
An der Sexualität sind angeborene anatomische und physiologische Faktoren beteiligt. Wie wir sie erleben und was wir daraus machen, ist jedoch gelernt. So ist das Einströmen von Blut in die Geschlechtsorgane (Vasokongestion) ein unwillkürliches, reflektorisches Geschehen, welches durch Lernschritte dem Bewusstsein und der bewussten Einflussnahme zugänglich wird.
Das sexuelle Lernen beginnt in frühester Kindheit. Das Geschlecht jedes gesunden Menschen ist ab Geburt voll Nervenendigungen, die stimuliert werden und zur sexuellen Erregung beisteuern können. Bis die Stimulation bewusst als erregend erlebt wird und willentlich herbei geführt werden kann, braucht es viele Wiederholungen. Und je nachdem, welche Rezeptoren auf welche Weise stimuliert werden, lernen Menschen ganz unterschiedliche Erregungstechniken und nehmen die sexuelle Erregung völlig unterschiedlich wahr. Dadurch verbinden sie auch unterschiedliche Bilder, Gefühle, Gedanken, Bedürfnisse und Präferenzen mit der Sexualität.
Ausgehend von der Exploration des eigenen Geschlechts sowie von genitalen Spielen unter Gleichen und mit dem andern Geschlecht, entwickelt sich die Wahrnehmung der eigenen Geschlechterzugehörigkeit und der Geschlechterdifferenz. Die gleichzeitig ablaufende Sozialisation vermittelt die Begriffe von «öffentlich» und «privat», das heisst von Sexualität als Intimität mit sich und mit andern. Über Rollenspiele, Regelspiele und Initiationsspiele verbinden Kinder sexuelle Erregung mit dem Sozialisationsprozess, kommunikativen Fähigkeiten und emotionalen Intensitäten.
Wie jede Entwicklung verläuft auch die Sexualentwicklung wellenförmig und lebenslang über neue Entdeckungen und über das Festigen von bereits Gelerntem durch Wiederholen oder Zurückgreifen auf frühere Entwicklungsstufen. Körperliche Veränderungen in den verschiedenen Lebensphasen – etwa der «hormonelle Sturm», der die Pubertät einleitet – sowie Krankheiten und Behinderungen erfordern neue sexuelle Lernprozesse mit sich und anderen.
Keine menschliche Fähigkeit wird in ihrer Entwicklung von den Eltern und der Gesellschaft aber so wenig unterstützt, begleitet und verstanden wie die der Sexualität. Das sexuelle Lernen verläuft daher weitestgehend autodidaktisch und vielfach ohne Bewusstheit darüber, dass es sich dabei um Lernen handelt. Ebensowenig sind sich Menschen darüber bewusst, dass sie ihre Sexualität über neue Lernprozesse beeinflussen können, wenn sie an Grenzen stösst.
In der Sichtweise des Sexocorporel-Konzepts hat jeder Mensch in seiner Sexualität Fähigkeiten und Ressourcen erworben. Sexuelle Probleme entstehen, wenn diese gelernten Fähigkeiten nur begrenzt an aktuelle Lebenssituationen oder Bedürfnisse angepasst werden können. Diese Grenzen sind weder krankhaft noch defizitär. Sie können durch neue Lernprozesse erweitert werden. Auf dieser Erkenntnis baut die Sexocorporel-Sexualtherapie auf.
Sexocorporel spricht vom Menschen als unteilbares Ganzes, als Individuum. Für die Untersuchung und Veranschaulichung seiner Sexualität betrachtet er das Individuum und seine Sexualität aber mit vier verschiedenen Brillen. Jede Brille nimmt einen anderen Aspekt in den Fokus: das Körperliche, das Erleben, die Beziehung, die Kognitionen - im Wissen, dass diese Komponenten verschiedene Aspekte des gleichen Individuums darstellen.
Körperliche Komponenten
Komponenten des Erlebens
Kognitive Komponenten
Beziehunskomponenten
Die Erregungsfunktion lässt sich in zwei Bestandteile teilen:
Der Wunsch vieler Frauen und Männer, Sexualität zu geniessen und in einer Liebesbeziehung zu leben, also ihr Wunsch, Genitalität mit dem Erleben von Intimität zu verbinden, basiert letztlich auf dem Erregungsreflex. Wenn die Erregungssteigerung gelingt, endet die Reise mit dem Erreichen des point of no return über ein zweites reflektorisches, d.h. unwillkürliches Geschehen, das in den Orgasmus mündet.
Den zwischen den beiden Reflexen gelegenen «Raum» können wir über Lernprozesse «bewohnbar» machen. Lernen bedeutet das Aktivieren übergeordneter Hirnzentren und ermöglicht das bewusste Erleben. Lernschritte im Zusammenhang mit dem Erregungsreflex beeinflussen direkt die Qualität des erotischen Handelns und Erlebens und werden daher direkte Kausalitäten genannt.
Der Erregungsreflex kann beim männlichen Fötus bereits in der Gebärmutter über Ultraschalluntersuchungen beobachtet werden. Alle psychischen, die Sexualität betreffenden, d.h. Komponenten des Erlebens wie auch die sexualitätsbezogenen Kognitionen und die entsprechenden Beziehungskomponenten entwickeln sich in enger Wechselwirkung mit der Erregungsfunktion.
Der Erregungsreflex und die Lernprozesse stehen insofern miteinander in Beziehung, als sich die Intensität der sexuellen Erregung, genau genommen die Vasokongestion, willentlich nur über das Spiel mit den sie begleitenden Veränderungen der muskulären Spannung und rhythmischen Bewegungen beeinflussen lässt. Alle Lernprozesse in den verschiedensten menschlichen Ausdrucksweisen (Gehen, Sprechen, Musizieren, Tanzen, u.v.m.) beruhen letztlich auf der Handhabung der drei körperlichen Gesetzmässigkeiten – sowie natürlich der Atmung.
Sexuelle Erregung kann über ein bewusstes Steuern bzw. Spielen mit den sie begleitenden körperlichen Reaktionen in quantitativer (Intensität) und qualitativer (Genuss) Hinsicht beeinflusst werden. Unsere Klient:innen haben häufig das Anliegen, mehr sexuelle Lust zu empfinden und den Orgasmus zu erreichen. Die Voraussetzung hierzu sind Lernschritte auf körperlicher Ebene: Nur über die Diffusion, das heisst, die Fähigkeit, die sexuelle Erregung sich im Körper ausbreiten oder diffundieren zu lassen, können die sexuellen Lustgefühle und das Erleben der sexueller Erregung intensiviert werden.
Die Kanalisation wiederum, das heisst, die Fähigkeit, die sexuelle Erregung in den Genitalien zu kanalisieren, ermöglicht ein Erreichen des point of no return und der orgastischen Entladung (Ejakulation, spasmodische Reaktion) oder des Orgasmus, der eine gleichzeitige emotionale Entladung umfasst. Diese bewusst steuerbare, indirekte Beeinflussung des Erregungsreflexes über körperliche Lernprozesse ist jeder Frau und jedem Mann zugänglich.
Sexocorporel unterscheidet Orgastische Entladung und Orgasmus. Diese Unterscheidung macht ein gezielteres Angehen sexueller Probleme rund um "den Orgasmus" möglich:
Die orgastische Entladung ist ein rein körperlicher Vorgang. Dabei kommt es, nachdem die Person in der Erregungssteigerung den Point of no return erreicht hat, zu rhythmischen Kontraktionen der Beckenboden- und Bauchmuskulatur (etwa alle 0.8 Sekunden). Beim Penis findet eine Ejakulation statt.
Eine orgastische Entladung kann auch ohne Ejakulation stattfinden, etwa dann, wenn aus medizinischen Gründen keine Ejakulation möglich ist, oder wenn sie bewusst unterdrückt wird, wie dies etwa von Tao-Technikern praktiziert wird.
Wo Fähigkeit zur orgastischen Entladung fehlt, sprechen wir von Anorgastie und von Anejakulation (Ejaculatio deficiens, ausbleibende Ejakulation).
Der Orgasmus ist ein komplexes psychophysiologisches Phänomen, bei dem die orgastische Entladung von intensivem Erleben (Lustgefühle) begleitet ist.
Sexuelle Befriedigung steht in direktem Bezug mit der Intensität des Erlebens. Voraussetzung sind die Fähigkeit, die Erregung im Körper auszubreiten und zu steigern, sowie die Fähigkeit, emotional und genital los zu lassen.
Bei einer Anorgasmie fehlen die Lustgefühle, die die Steigerung der sexuellen Erregung und die orgastische Entladung begleiten. Besonders bei Frauen kann es auch vorkommen, dass sie zwar eine orgastische Entladung haben, diese aber nicht wahrnehmen. Oder dass sie, obwohl sie gewisse muskuläre Kontraktionen spüren, diese nicht als orgastische Entladung interpretieren.
Die Übergänge von Orgastie zu Orgasmie sind fliessend.
Jean-Yves Desjardins beobachtete, dass die meisten Menschen spezifische Stimulationsgewohnheiten haben, und dass ein Zusammenhang besteht zwischen dem subjektiven Erleben der Sexualität, dem objektiven Ablauf der Erregungssteigerung und der Art, wie Menschen dabei den Körper einsetzen.
Der Begriff «sexueller Erregungsmodus» bezeichnet diese oft über Jahre konstanten, spezifischen körperlichen Bewegungs- und Stimulationsgewohnheiten, die ein Individuum mehr oder weniger bewusst nutzt, um sich allein und mit Anderen sexuell zu erregen und, falls möglich, eine orgastische oder orgasmische Entladung zu erreichen.
Die sexuellen Erregungsmodi sind konditionierte Stimulationsmuster, die ab der frühen Kindheit eingeübt und erlernt werden können. Sie sind durch Übung lebenslang veränderbar.
Damit Männer und Frauen die Qualität ihres Sexuallebens mit geeigneten Lernschritten verbessern können, muss zunächst evaluiert werden, in welchem Erregungsmodus sie primär funktionieren und welche Grenzen sich ihnen dort eventuell setzen.
Wir unterscheiden zwei Gruppen von Erregungsmodi: Bei den einen wird eine anhaltend hohe muskuläre Spannung zur Intensivierung der sexuellen Erregung eingesetzt, bei den anderen gelingt die Intensivierung durch eine Abwechslung aus Anspannung und Entspannung in der Bewegung.
Dieser Erregungsmodus funktioniert über Stimulation propriozeptiver Rezeptoren (Tiefensensibilität) in der Genitalgegend. Er wird häufiger von Frauen, etwas seltener von Männern benutzt.
Frauen steigern ihre Erregung durch Schenkelpressen – mit oder ohne Objekt (Kissen etc.) –, durch kräftiges Anspannen der Beckenbodenmuskulatur oder durch Pressen der Genitalregion gegen eine Unterlage. Männer klemmen den Penis zwischen die Oberschenkel, pressen ihn mit der Hand oder dem Gewicht ihres Körpers gegen eine Unterlage, drücken mit drei Fingern die Eichel u.s.w.. Voraussetzung sind immer intensives Pressen und Drücken, oft begleitet von kräftigen raschen Bewegungen; die Muskulatur des ganzen Körpers ist gespannt (muskuläre Rigidität), die Atmung stark eingeengt.
Der Druckmodus its sehr effizient und ermöglicht eine rasche orgastische Entladung. Die anschliessende Entspannung wird in der Regel als wohltuend erlebt. Es kann sich je nachdem ein Gefühl von Sicherheit einstellen durch das «Gehaltensein» in der Anspannung. Bei manchen Frauen ist durch die Beckenbodenspannung eine orgastische Entladung bei vaginaler Penetration möglich. Bei manchen Männern gelingt so die Erregungssteigerung durch anale Anspannung und Stimulation.
Die Grenzen des Druck-Erregungsmodus sind bedingt durch die hohe Muskelanspannung. Sie begrenzt zum einen genitale Vasokongestion und Lustgefühle. Zum anderen ist durch die Versteifung im Oberkörper der Zugang zum Erleben sexueller Lust begrenzt. Hierzu kommt eine Aktivierung des sympathischen Nervensystems durch die hohe Spannung, insbesondere im Oberkörper. Diese erklärt, warum Gewaltfantasien und unangenehme Gedanken oder Gefühle relativ häufig sind. Es kann je nachdem auch zu körperlichem Unwohlsein durch muskuläre Rigidität und häufige Atemblockaden kommen.
In der Paarsexualität können kreative Lösung zur Erregungssteigerung eingesetzt werden (Inszenierungen, Rollenspiele). Manchmal werden feine oberflächliche Berührungen unangenehm empfunden, was den Austausch von Zärtlichkeiten erschwert. Die Aktivierung des sympathischen Nervensystems kann wertenden Blick und kritische Distanz auslösen. Nähe wird oft erst nach der Entladung und Entspannung möglich.
Wenn das Ritual der Erregungssteigerung präzise ist, kann es beim Geschlechtsverkehr je nachdem nicht eingesetzt werden. Wenn ein Mann sich einzig im Druckmodus erregt, beobachten wir immer wieder Ejakulationsprobleme und Erektionsprobleme. Frauen berichten öfters über Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr, etwa Orgasmusprobleme oder Schmerzen durch Verspannung des Beckenbodens. Ein unbewegtes Becken fördert zudem nicht Fantasien und Begehren danach, mit dem Penis einzudringen oder mit der Vagina aufzunehmen.
Der mechanische Erregungsmodus wird von vielen Männern und Frauen zur Gestaltung und Steigerung der sexuellen Erregung genutzt. Er ermöglicht eine orgastische Entladung durch die Stimulation von Oberflächenrezeptoren durch gleichförmige, rasche, «mechanische» Reibung. Zugleich steigt die Muskelanspannung im Beckenraum, oft auch im ganzen Körper stark an.
Der mechanische Erregungsmodus stimuliert die oberflächlichen Sinnesrezeptoren der Haut über rasches Reiben der Vulva, insbesondere im Bereich der Klitoris, teils an ganz umschriebener Stelle, bzw. des Penis oder von Teilen des Penis (z.B. Eichel oder Frenulum). Die stimulierenden Bewegungen sind zunehmend schnell und mechanisch, konstant und kontinuierlich und führen zu Automatismen. Sie werden oft nicht bewusst wahrgenommen. Bei der Penetration bewegt der Mann seinen ganzen Körper en bloc zunehmend rasch vor- und zurück (was ausgedrückt wird mit Begriffen wie «bumsen»).
Die genitale Erregung erfordert oft erhöhte Konzentration und ist daher störungsanfällig. Sie kann auch mit Anstrengung einhergehen. Durch die Versteifung im Oberkörper und Aktivierung des sympathischen Nervensystems ist der Zugang zum Erleben sexueller Lust begrenzt. Die Wahrnehmung ist zum Teil auf eng umschriebene Empfindungen im Genitalbereich eingegrenzt. Oft müssen aktiv sexuelle Fantasien zur Erregungssteigerung beigezogen werden.
Teilweise wird, besonders bei Frauen, ein präzises Ritual von Rhythmus, Druck und Position benötigt, um eine orgastische Entladung zu erreichen. Wenn das Ritual sehr präzise ist, kann es evt. vom Partner oder der Partnerin nicht durchgeführt werden. Beim Geschlechtsverkehr erreichen die einen Frauen durch zusätzliche Reibung an Vulva oder Klitoris einen Orgasmus, bei anderen stört die Penetration bei der Erregungssteigerung. Auch beim Petting gelingt es Partner*innen möglicherweise nicht, die richtige Art der Stimulation am richtigen Punkt einzusezen.
Schwierigkeiten bei der Kontrolle der Ejakulation sind bei Männern nicht selten, da der mechanische Erregungsmodus oft wenig bewusst eingesetzt wird und Lernschritte zur Modulation der sexuellen Erregung nicht fördert. Mit zunehmendem Alter entwickeln Männer manchmal eine koitale erektile Dysfunktion, da die Reizung innerhalb der Scheide nicht mehr genügt.
Dieser Modus bezieht gleichzeitig oberflächliche wie tiefe Rezeptoren mit ein. Bei der Selbstbefriedigung wird die Stimulation durch Druck und Reibung erzeugt, etwa durch kräftiges Reiben der Genitalien an einer Unterlage oder einem Kissen u.s.w. Die Grenzen im genussvollen Erleben der Sexualität und die Probleme beim Geschlechtsverkehr sind ähnlich wie beim Druck-Erregungsmodus oder beim mechanischen Erregungsmodus.
Der VIM ähnelt dem Druck-mechanischen Erregungsmodus. Er aktiviert oberflächliche und tiefe Vibrationsrezeptoren über extrem rasche Impulse. Die Stimulation erfolgt meist direkt auf die Klitoris/Eichel mittels Vibrator oder Duschstrahl. Dabei werden Muskeln im Bereich des Geschlechts oder auch des ganzen Körpers stark angespannt. Der VIM ist häufiger bei Frauen zu finden als bei Männern.
Durch Vibration lässt sich eine orgastische Entladung oft sehr schnell erreichen. Für anorgastische Frauen kann dieser Modus eine einfache Möglichkeit sein, erste Entladungen zu erleben. Probleme können sich ergeben, wenn eine Person für die Erregungssteigerung ein bestimmtes Sexspielzeug braucht, und dieses in der Paarsexualität nicht eingesetzt wird. Durch die hohe Muskelspannung sind die Grenzen im genussvollen Erleben der Sexualität ähnlich wie beim Druck-Erregungsmodus oder beim mechanischen Erregungsmodus.
In diesem Modus bleibt die Person im Zustand sexueller Fluidität, das heisst ihre Bewegungen sind im ganzen Körper fliessend; die Muskeln sind nicht verspannt. Dadurch diffundiert die Erregung in den ganzen Körper, was zu sehr genussvollen Empfindungen und intensivem erotischen Erleben führt. Das Spiel mit Rhythmen und Bewegungen ist sehr abwechslungsreich, der Muskeltonus variiert, ist aber grundsätzlich eher tief. Daher kommt dieser Erregungsmodus meist bei Frauen vor.
Für eine orgastische Entladung fehlt zum Teil der notwendige Spannungsaufbau, das heisst, die Fähigkeit, die sexuelle Erregung über muskuläre Spannungszunahme in den Genitalien zu kanalisieren. Das Erreichen einer orgastischen Entladung ist daher in der Regel nur durch Wechsel in einen anderen Modus möglich.
In diesem Modus werden die tiefen Rezeptoren über die «doppelte Schaukel» aktiviert. Bei dieser werden das Becken und die Schultern gleichzeitig, durch die Bauchatmung angetrieben, in der Körperachse bewegt (ähnlich wie beim Husten, Lachen oder Schluchzen). Man unterscheidet die untere Schaukel (Beckenbewegung) und die obere Schaukel (Bewegungen von Brust, Schultern und Kopf). Die untere Schaukel intensiviert die sexuelle Erregung, die obere die Gefühlsempfindungen.
Wie im ondulierenden kommt es im wellenförmigen Erregungsmodus zu einem Spiel feiner bis heftiger Bewegungen, langsamer bis rascher Rhythmen und sich ändernder Muskelspannung. Anders als im ondulierenden Modus laufen diese Bewegungen in der Körperachse. Die alternierenden Bewegungen intensivieren die sexuelle Erregung über die Resonanz der sich steigernden Wellen bis hin zum Orgasmus. Dieser wird über die Verbindung von sexueller Erregung und intensiven lustvollen Gefühlen erreicht. Es kommt im Orgasmus zu einem doppelten Loslassen: Auf der genitalen Ebene wird die Erregung über die Beckenschaukel gesteigert und nach der Diffusion über den ganzen Körper wieder in den Genitalien kanalisiert, um eine Entladung zu ermöglichen. Das emotionale Loslassen über die obere Schaukel ermöglicht das Wahrnehmen der Lustgefühle, die diese Entladung begleiten.
Der wellenförmige Erregungsmodus ermöglicht Frauen ein intensiveres Wahrnehmen von Empfindungen innerhalb der Scheide und das Bewusstsein einer inneren Höhle. Dieses «Erotisieren» der Scheide ist Voraussetzung zum Erlernen eines koital sexuellen Begehrens (siehe unten). Männer schaffen mit dem WEM die körperlichen Voraussetzungen dafür, sich phallisch-penetrierend zu erleben. Diese «phallische Erotisierung» wiederum ist für sie die Basis des koital sexuellen Begehrens.
Wahrnehmungen, Gefühle, Emotionen, Symbole, Fantasien und Vorstellungen, die in direktem Zusammenhang mit der Sexualität stehen, bezeichnen wir als Komponenten des Erlebens. Sie entwickeln sich über Lernschritte im Sexualisierungsprozess. Die Erregungsmodi, die wir uns aneignen, haben einen wesentlichen Einfluss auf diese Entwicklung.
In ihrer Interaktion miteinander machen die Komponenten des Erlebens die Sexodynamik aus. Als Sexodynamik bezeichnen wir einerseits die Kunst zu erkennen, was uns sexuell anzieht und erregt. Andererseits verstehen wir darunter die Fähigkeit, diese Anziehung und Erregung über ein sexuelles Begehren auszudrücken, mit erotischen Bildern, Fantasien und Gefühlen sowie mit dem Erleben der eigenen Männlichkeit und Weiblichkeit zu verbinden und lustvoll in einer autoerotischen oder partnerschaftlichen Sexualität zu geniessen.
In der Folge wird auf einige Komponenten des Erlebens genauer eingegangen.
Das sexuelle Lusterleben ist die Fähigkeit, die sexuelle Erregung zu geniessen. Die meisten Männer, Frauen und Paare, die uns konsultieren, möchten ihren Traum vom lustvollen Erleben der Sexualität verwirklichen. Doch ist dies möglich, wenn keine fliessenden Bewegungen die Diffusion der sexuellen Erregung im ganzen Körper zulassen, wenn die Erregung nicht im Becken kanalisiert werden kann, wenn die Fähigkeit fehlt, loszulassen? In anderen Worten: Da das Gehirn und der Körper eine funktionale Einheit bilden, wirkt sich eine Verbesserung der Erregungsfunktion unmittelbar auf das Lusterleben und die Orgasmusfähigkeit aus.
Die folgende Tabelle zeigt, in welcher Weise körperliche Fähigkeiten ein gutes sexuelles Funktionieren ermöglichen:

Die körperlichen Fähigkeiten widerspiegeln sich also im emotionalen Erleben. So kann etwa eine hohe Muskelspannung lustvolle Wahrnehmungen erscheren. Je mehr Fähigkeiten ein Mensch durch die Weiterentwicklung seiner Erregungsfunktion erlangt, desto mehr kann er:sie die sexuelle Erregung modulieren, und desto intensiver erlebt er:sie sexuelle Lust und den Orgasmus. Die Kognitionen – also das, was ein Mensch über die Sexualität weiss, die Normen, die für ihn gelten, seine Überzeugungen – fördern oder hemmen Lernschritte und beeinflussen somit das Lusterleben und die Erregungsfunktion.
Sexuelle Gesundheit in Bezug auf das Erleben von Lust setzt die Fähigkeit voraus, sexuelle Erregung und Hingabe bzw. Loslassen auf genitaler wie emotionaler Ebene intensiv zu geniessen. Die Grundlage dafür ist die Verbindung angenehmer Gefühlswahrnehmungen mit der körperlichen Erregung. Das ist nicht immer gegeben: Es ist auch möglich, dass sich sexuelle Erregung mit unangenehmen Gefühlen verbindet. Im extremen Fall wird etwa bei einer Vergewaltigung körperliche sexuelle Erregung ausgelöst; die dabei erlebten Gefühle aber sind schmerzvoll. Im Gegensatz zu Masters und Johnson, die den sexuellen Reaktionszyklus auf einer Kurve darstellten, unterscheiden wir daher zwei Kurven: die Kurve der körperlichen Erregung und die Kurve des emotionalen Erlebens, also der sexuellen Lust.
Dieser Begriff setzt sich mit der Frage auseinander, wie sehr sich eine Person im eigenen sexuellen Körper und in einer Gendergruppe daheim fühlt. Es ist eine grundlegende Komponente der Selbstwahrnehmung. Es beeinflusst entscheidend das sexuelle Erleben einer Person, wird umgekehrt davon beeinflusst und interagiert eng mit den anderen Komponenten. Es entwickelt sich von früher Kindheit an anhand der Wahrnehmung des eigenen Körpers und der Reaktionen des Umfelds.
Das Gefühl der Geschlechtszugehörigkeit setzt sich zusammen aus dem
Gefühl der Zugehörigkeit zum eigenen sexuellen Körper. Dieses bezieht sich auf die persönliche, subjektive Wahrnehmung der eigenen Körperlichkeit. Es bezeichnet die Fähigkeit, den sexuellen Körper zu erotisieren (als sexuell erregt und erregend erleben, vorstellen, symbolisieren):
und dem Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gendergruppe: Dieses basiert auf der Auseinandersetzung mit den soziokulturellen Geschlechterrollen und kulturell zugeschriebenen Geschlechterstereotypen. Stereotypen betreffen Verhaltensweisen, Gestik, Haltung, Gang, Interessen und Morphologie, die kulturell Männern, Frauen und anderen Geschlechtsentwürfen zugeordnet. Ein gewisser Grad an Anpassung an Stereotypen ist für das Gefühl der Geschlechtszugehörigkeit unterstützend.
Die Entwicklung eines Gefühls der Geschlechtszugehörigkeit ist mit Lernschritten auf Ebene der Genitalität verknüpft. Die Sexocorporel-Sexualtherapie eignet sich daher sehr zur Arbeit am Gefühl der Zugehörigkeit zum eigenen sexuellen Körper, wenn Klient:innen in ihrer Sexualität an Grenzen stossen oder Probleme bezüglich ihrem Gefühl der Geschlechtszugehörigkeit haben.
Sexuelle Selbstsicherheit meint, sich mit Stolz in der eigenen Männlichkeit/Weiblichkeit/Diversität, mit dem eigenen Geschlecht und mit der eigenen sexuellen Erregung zeigen und darin gesehen werden zu können.
Sexuelles Begehren ist die angenehme mentale Vorwegnahme der Erfüllung eines sexuellen Bedürfnisses alleine oder mit jemand anderem, das sexuelle Erregung einschließt. Sexocorporel unterscheidet
Wunsch nach sexuellen Aktivitäten aus jeglichen Gründen, die nicht sexuelle Erregung betreffen (z.B. Nähebedürfnis, Selbstbestätigung, Macht, Beziehungsbestätigung, Geld, Kinderwunsch)
In der Sexualtherapie zeigt sich, dass emotionale Bedürfnisse wankelmütige Gründe darstellen dafür, Sex zu wollen, insbesondere, wenn sie auch auf andere Weise erfüllt werden können. Der Wunsch nach sexueller Erregung und die Vorstellung, dass diese einfach ausgelöst und lustvoll erlebt werden wird, ergeben einen zuverlässigeren Antrieb.
Förderlich für das sexuelle Begehren sind:
Die sexuellen und emotionalen Anziehungskodes – das, was einen Menschen sexuell und emotional anzieht und erregt – beziehen sich auf die körperlichen Merkmale und Persönlichkeit von Menschen. Sie umfassen auch Objekte, Szenarien etc. Wir unterscheiden Anziehungskodes auf den Ebenen der Realität, der Fantasie und der Träume.
Eine Person kann über ein breites Spektrum, eine grosse Variabilität von Anziehungskodes verfügen. Mitunter sind sie eingeengt, im Sinne einer ausschliesslichen sexuellen Erregbarkeit über bestimmte Körperteile, Objekte oder Szenarien («Fetischismus»).
Sexuelle Fantasien umfassen Vorstellungen, Erinnerungen und Vorwegnahmen in allen Sinnesqualitäten (Bilder, Gerüche etc.). Sie können den Erregungsreflex auslösen und begleiten. Sie setzen das sich Einlassen auf modifizierte Bewusstseinszustände bis hin zum Schlaf (Träume) voraus.
In den sexuellen Fantasien spiegelt sich die persönliche – insbesondere sexuelle – Entwicklungsgeschichte, das heisst, Lernschritte auf der kognitiven Ebene sowie auf den Ebenen der Erregnungsfunktion, des sexuellen Erlebens und der Beziehungsfähigkeiten. Die Fantasieinhalte umfassen enge bis sehr reichhaltige Szenarien; sie sind Metaphern für die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschlecht, mit Anziehungskodes, sexuellem Begehren etc. sowie mit Bedürfnissen, Wünschen und Ängsten.
Die Fähigkeit, den sexuellen Bedürfnissen und Wünschen, dem sexuellen Begehren und dem erotischen Handeln eine emotionale Intensität zu verleihen, führt zu einer Lebendigkeit in der persönlichen Ausdrucksweise.
Unter kognitiven Komponenten verstehen wir Kenntnisse, Werte, Normen, Glaubenssysteme, Denkweisen, Idealisierungen, Mystifizierungen und Ideologien in Bezug auf die Sexualität.
Sie widerspiegeln die individuelle Lerngeschichte und das gesellschaftliche Umfeld, in dem ein Mensch aufgewachsen ist und lebt.
Die kognitiven Komponenten lenken und fördern resp. hemmen (zum Beispiel über Schuld- und Schamgefühle) sexuelle Lernschritte und geben der Sexualität eine persönliche Bedeutung.
Darunter verstehen wir verschiedene Fähigkeiten:
In Sexocorporel-Sexualtherapien wird das, was ein Mensch sexuell gelernt hat, als Fähigkeit gesehen. Je nach Anliegen zeigen sich Grenzen im sexuellen Lernprozess, die in einem therapeutischen Übungsprojekt, ausgehend von den Fähigkeiten, erweitert werden.
Wichtig für die Grundhaltung im Sexocorporel ist das Verständnis, dass Grenzen gelernter Muster nicht krankhaft oder defizitär sind, sondern Lösungsversuche darstellen, die ursprünglich ihren Sinn besaßen und nun, wenn sie zu Problemen in der Sexualität führen, durch Lernprozesse an die aktuelle Lebenssituation angepasst werden können. Beispielsweise hat eine Person gelernt, sich auf effiziente Weise bei der Selbstbefriedigung bis zur Entladung zu stimulieren. In der Paarsexualität gelingt ihr das nicht, da sich ihr erlernter Erregungsmodus nicht so einfach in die Praktiken der Paarsexualität übersetzen lässt. In der Sichtweise von Sexocorporel kann sie, aufbauend auf ihren bereits erworbenen Fähigkeiten, weitere Lernschritte machen, um die Grenzen ihrer Erregungsgewohnheiten zu erweitern und zu lernen, in der Paarsexualität ihre Erregung bis zur Entladung zu steigern. Analog lassen sich viele sexuelle Probleme angehen und durch Lernschritte lösen.
Klinische Erfahrungen zeigen mit aller Deutlichkeit, wie Probleme rund um die Erregungsfunktion (Ejaculatio präcox, Anorgasmien, Erektile Dysfunktion etc.), das sexuelle Begehren, Schmerzen beim Sex, sexuelle Anziehung und Dranghaftigkeit sowie zum Teil auch des Erlebens der Geschlechtsidentität mit Lernschritten auf körperlich-sexueller Ebene zusammenhängen. Im Sexocorporel-Konzept sprechen wir hier von direkten Ursachen.
Oft werden diese nicht beleuchtet, sondern viel mehr werden Beziehungsprobleme, psychische Probleme oder einschneidende Erlebnissen mit der sexuellen Störung in einen direkten Zusammenhang gebracht. Nach dem Entfernen dieser «Hindernisse» sollte sich in dieser Sichtweise die Sexualität spontan entwickeln. Dies entspricht in der Mehrheit der Fälle nicht der sexuellen Realität, da die entsprechenden Lernprozesse noch nicht erfolgt sind. Umgekehrt schützt eine breit aufgestellte und gut integrierte Sexualität vor solcherlei Störfaktoren.
Die Mehrheit der Klienten, die wegen ihrer sexuellen Probleme therapeutische Hilfe suchen, ist psychisch gesund. Langjährige klinische Erfahrungen, auch anderer Autoren wie z.B. Helen Kaplan, bestätigen dies. Umgekehrt sind sexuelle Störungen bei Personen mit psychischen Erkrankungen häufig. Und sexuelle Störung können die psychische Gesundheit eines Menschen oder die Paarbeziehung massiv beeinträchtigen. In Sexocorporel-Sexualtherapien werden auch die indirekten Ursachen evaluiert, da sie etwa sexuelle Lernschritte behindern und eventuell einer spezialisierten Behandlung bedürfen.
Das Evaluationsgespräch geht aus vom Anliegen der Person. Wir legen den Fokus auf die Information, die relevant ist für das Verständnis des sexuellen Funktionierens der Person und für ihr sexuelles Problem. Da wahrscheinlich mehr als 80% der sexuellen Probleme direkt mit den Erregungsgewohnheiten zusammen hängen, ist das präzise Erheben des Erregungsmodus und des Bezugs der Person zum eigenen Genitale ein zentraler Bestandteil praktisch jeder Evaluation.
Ebenso ist es meist sinnvoll, sich den Ablauf einer typischen sexuellen Begegnung im Paar genau schildern zu lassen. Dabei leistet das Aufzeichnen der Erregungskurve gute Dienste.
Bei der Evaluation, die sich in der Regel über mehrere Sitzungen hinzieht, werden die einzelnen Komponenten der Sexualität in Zusammenhang mit dem geschildernden Anliegen beleuchtet. Die Puzzlestücke aus der Evaluation werden nicht nur gesammelt sondern auch geordnet und zusammengesetzt, dh. in logischen Zusammenhang gestellt. Die Evaluation erfolgt primär im Hier und Jetzt. Aspekte der sexuellen Lerngeschichte können zum Verständnis der heutigen Situation beitragen.
Im Verlauf der Evaluation werden erste Hypothesen über das sexuelle Funktionieren der Person aufgestellt. Dadurch erhalten wir Ideen, in welcher Richtung wir weiter fragen wollen, und können die Hypothese entweder verwerfen oder festigen.
Die direkte Ursache sexueller Probleme liegt oft bei Grenzen im sexuellen Lernen. Entsprechend regt die Therapie neue Lernprozesse an. Die Veränderung von Erregungs-, Wahrnehmungs-, Denk- und Interaktionsgewohnheiten wirkt sich intrapsychisch und partnerschaftlich aus. Dabei spielen Exploration und Einüben für die Bildung neuer Gewohnheiten eine zentrale Rolle.
Das individualisierte Übungskonzept des Sexocorporel ist weit umfassender als viele Übungsprogramme, da es nicht nur die Bereicherung mechanischer Techniken anstrebt, sondern die Person auch auf der emotionalen und der Beziehungsebene erreichen möchte. Es setzt voraus, dass in der Evaluation die ursprünglichen Gewohnheiten und Muster identifiziert und in ihrer Funktion verstanden wurden.